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Das Wastler-Metallbauteam

24.11.2021, Lesezeit 6 Minuten
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1946 wurde sie gegründet, 2016 ist sie zum SWIETELSKY-Konzern gestoßen. Heute ist die Metallbau Wastler GmbH ein über die nationalen Grenzen hinaus tätiger Produktionsbetrieb mit rund 110 Mitarbeitern. Langjährig erfahrene Spezialisten, echte Handwerkskunst und regelmäßige Investitionen in die Produktionsdigitalisierung sind das Erfolgsrezept des Linzer Metallbaubetriebes.

„Ich kann mich noch erinnern, als ich in den 1990ern auf einer Baustelle in Frankfurt war. Am Abend bewunderten meine Kollegen und ich die Skyline. Ich träumte damals davon, dass wir auch einmal ein Hochhaus bauen. Damals erschien mir das sehr unwahrscheinlich. Heute haben wir bereits an zahlreichen Türmen mitgebaut“, erzählt Geschäftsführer Wilhelm Pichler. Eine der Voraussetzungen für diese positive Entwicklung sind intensive Anstrengungen in der Lehrlingsausbildung. Dabei liegt neben der klassischen Ausbildung zum Metalltechniker ein Schwerpunkt auf der Förderung von Doppellehren, wie der Kombination aus Bürokaufmann und Konstrukteur für Metallbautechnik. Die Lehrlinge erlangen wirtschaftliche und technische Kenntnisse und haben damit eine gute Basis für die berufliche Weiterentwicklung.

Zufrieden zeigt sich Pichler über die Zusammenarbeit mit dem Mutterkonzern SWIETELSKY. In Finanz- oder Rechtsangelegenheiten lässt er sich gerne von der Zentrale beraten. Gleichzeitig ist die Metallbau Wastler GmbH weitgehend unabhängig geblieben und daher so flexibel und reaktionsschnell wie eh und je. Das wissen nicht nur Konzernunternehmen und -filialen, die zum Kundenstock gehören, sondern auch konzernfremde Bauunternehmen sowie Architekten, die auf Wastler-Metallbaukompetenz setzen. Mit einer wichtigen Neuinvestition geht der Metallbaubetrieb einen weiteren Schritt in Richtung Produktionsdigitalisierung: Dieses Jahr wird noch ein vollautomatisches CNC-Bearbeitungszentrum installiert, das den Zuschnitt und die mechanische Stabbearbeitung bewältigt und somit einige Arbeitsschritte übernimmt. Nichtsdestotrotz steht bei den Lehrlingen das richtige Erlernen des ursprünglichen Handwerks im Vordergrund.

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Christian Hofer (43), Projektgruppenleitung

Als Gruppenleiter hat Christian Hofer eine Position mit großer Verantwortung inne. Ab der Übergabe eines Projektes von der Geschäftsführung oder vom Vertrieb zieht er die Fäden, um das Bauwerk zeitgerecht fertigzustellen. Herausforderungen gibt es in dieser Position immer. „Beim Bruckner Tower in Linz hatten wir wenig Platz zum Anliefern. Deshalb mussten die Materialien vorher zusammengeführt werden. Dafür war es hilfreich, auf den Platz von SWIETELSKY in Asten auszuweichen.“ Die gemeinsamen Projekte werden immer mehr, so wurden gerade Bauvorhaben mit SWIETELSKY Regensburg und SWIETELSKY Wien realisiert. Bei den abwechslungsreichen Projekten ist es gut, auf ein beständiges Team zurückgreifen zu können. Die meisten Kollegen arbeiten schon jahrelang zusammen und haben ihre Ausbildung im Unternehmen absolviert. Unterschiedliche Architektur, veränderte Wärmeschutzeigenschaften, aber auch das Zusammenstellen der verschiedenen Teams machen jedes Projekt auf seine Weise einzigartig. Besonders forderte ihn ein Hotelprojekt in Wien, denn bei diesem Altbau stimmte der Plan so gar nicht mit den tatsächlichen Gegebenheiten überein. Am Ende waren alle Beteiligten sehr zufrieden mit dem Ergebnis. Auf dem Weg dahin bewältigte das Team allerdings einige Hürden. Beim Mountainbiken findet Christian Hofer Ausgleich und genießt die Zeit mit seiner Familie.

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Christoph Poringer (34), Betriebsleitung Produktion

Als Betriebsleiter der Produktion ist Christoph Poringer nicht nur für die Werkstatt verantwortlich, sondern erstellt auch gemeinsam mit einem Kollegen die Montagelisten. Selbst ist er jedoch nicht auf der Baustelle anzutreffen. Das Planen der Termine und Kapazitäten, der Soll-Ist-Stundenabgleich und die Lehrlingsausbildung sind Teile seines Aufgabengebietes. „Was mir bei der Firma Wastler besonders gut gefällt, ist, dass Entscheidungen schnell getroffen werden. Natürlich muss man auch immer flexibel reagieren“, meint Poringer. Eine der größten Herausforderungen ist die Anlieferung der Materialien auf der Baustelle. In manchen Fällen werden bestimmte Zeitfenster vorgeschrieben. Nach dem Beladen des Werkverkehrs oder des Spediteurs hofft man, das auf dem Weg zur Baustelle keine Verkehrsstörungen auftreten, damit sich alles ausgeht. Besonders eingeprägt hat sich bei Poringer das Projekt KTM Motohall in Mattighofen. Wahrscheinlich auch, weil er das spektakuläre Gebäude anlässlich eines Firmenausflugs besucht hat. Poringer ist seit 2018 dabei und fühlt sich sehr wohl im Team. Die Kollegialität wird großgeschrieben. Privat hält er sich mit Tennis, Fußball oder Laufen fit.

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Alfred Matzner (56), Technik, AV/3D-Planung

Wie sich die Aufgaben innerhalb eines Betriebes verändern können, zeigt das Beispiel von Alfred Matzner. 1989 fing er als Leiharbeiter an und war dann sechzehn Jahre als Schlosser in der Werkstatt tätig. Als sein Sohn außer Haus war, begann Matzner mit beruflichen Weiterbildungen und kam im Zuge des Abschlusses der CAD-Fachmann-Ausbildung ins Büro. Seit vierzehn Jahren ist er nun 3D-Planer in der Technik. Matzner erstellt die Pläne für die Architekten und Bauherren zur Freigabe und in weiterer Folge für die Werkstatt und Fertigung. Alle seine Projekte sind Maßarbeit. Die Bereitschaft für lebenslanges Lernen setzt sein Beruf voraus, denn die Computersysteme werden ständig verbessert. Genaues Arbeiten ist entscheidend, denn die Materialbestellungen werden aufgrund des Plans ausgelöst. In dieser Phase berücksichtigt Matzner bereits die Gegebenheiten auf der Baustelle wie die Logistik oder den Bewehrungsplan. Seine Erfahrungen aus der Praxis helfen ihm bei mancher Entscheidung: „In den Promenaden-Galerien in Linz hat man Probebohrungen veranlasst, um sicherzustellen, dass man beim Bohren nicht auf Eisen trifft.“ Matzner ist stolzer Opa, der im Herbst sein zweites Enkelkind erwartet. Seit 26 Jahren fährt er mit dem Rad in die Arbeit und die täglichen zwanzig Kilometer werden oft zu einer noch größeren Runde ausgedehnt.

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Helfried Ressler (40), Alu-Produktion/Montageleiter

Helfried Ressler ist Montageleiter und zurzeit in der Aluminiumproduktion tätig. Wie so viele im Team der Metallbau Wastler GmbH begann er im Jahr 1996 als Lehrling. Nach Abschluss seiner Ausbildung war er jahrelang auf Montage. Ressler bildete sich regelmäßig weiter, absolvierte 2015 erfolgreich die Ausbildung zum gewerblichen Meister und 2016 zum Schweißmeister. Durch die Fortbildungen veränderte sich auch sein Aufgabengebiet. 2019 wechselte er von der Montage in die Alu-Produktion. Hergestellt werden Aluminiumglasfassaden, Aluminiumtüren, -fenster, -portale sowie Brandschutzfenster und -türen. Dafür arbeitet Ressler eng mit der internen Planung zusammen. Ein Trend lässt sich für ihn klar erkennen: Die Nachfrage nach größeren Glasfassaden und -flächen und nach Dreifachverglasungen als Wärmeschutz wächst. Aus der Vergangenheit bleibt ihm die Herstellung einer ellipsenförmigen Glasdachkonstruktion besonders in Erinnerung. Die tägliche Arbeit ist anspruchsvoll und der Erfahrungsschatz wächst mit jedem Projekt: „Bei jedem Auftrag lerne ich etwas dazu.“ In der Freizeit ist Familienmensch Ressler als Bergsteiger in luftiger Höhe vorwiegend im Salzkammergut unterwegs.

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Lukas Lehner (26), Montage/Produktion

Auf der Suche nach einer Lehrstelle fiel Lukas Lehner das Inserat der Metallbau Wastler GmbH auf. Er entschied sich für eine Ausbildung zum Metallbearbeitungstechniker. Nach wie vor ist er mit seiner Berufswahl zufrieden, da jeder Tag abwechslungsreich ist. Die letzten zwei Jahre war Lehner auf der Großbaustelle beim Bruckner Tower in Linz eingesetzt. Zu Beginn der Arbeiten in zwanzig Meter Höhe hatte er großen Respekt vor den noch kommenden neunzig Metern. Etage für Etage arbeitete sich das Team bis auf 108 Meter hoch. Die Materialien wurden über eine Klettermastbühne hochgehoben. „Bei dieser Baustelle wurden mir auch schon konkrete Verantwortungsbereiche übertragen. Das hat mir sehr gefallen“, meint Lehner. Die Herausforderung auf der Baustelle ist oft der richtige Transport der Materialien. Der Gedanke an Kranarbeiten, um eine acht- bis neunhundert Kilogramm schwere Glasscheibe richtig zu positionieren, verursacht ihm gelegentlich schlaflose Nächte. Denn ein falscher Handgriff und die Scheibe zerfällt in ihre Einzelteile. Aktuell arbeitet Lehner in der Produktion an der Herstellung von Brandschutztüren für das Projekt „Viertel 2“ in Wien. Hier zählen andere Details als auf der Baustelle. Der junge Mann ist zweifacher Familienvater mit Herz und Seele. Sport spielt für ihn eine große Rolle, auch um körperlich fit für die Anforderungen im Beruf zu bleiben.

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Dietmar Ortner (44), Montageleiter

Als Montageleiter ist Dietmar Ortner für die Baustellenkoordination zuständig. Darunter fallen die Einteilung der Mannschaft, die Materialbeschaffung und -koordination sowie die Überprüfung der Arbeitsleistung. Da er selbst genauso mitarbeitet, kennt er die Tätigkeiten und Anforderungen auf der Baustelle ganz genau. Je nach Größe des Auftrages wird die Mannschaft zusammengestellt. Die letzten eineinhalb Jahre war Ortner in Berlin. Dort arbeitete er an einem Bürogebäude in Toplage. „Unseren Dialekt versteht dort keiner, da mussten wir schon manche Missverständnisse aufklären. Die Baustelle wurde bis ins Detail überwacht. Das war für uns eigentlich kein Problem, weil wir ohnehin genau arbeiten“, meint Ortner. Er feiert heuer sein dreißigjähriges Firmenjubiläum und kann auf einen großen Erfahrungsschatz zurückgreifen. Was hat sich verändert? Die Firma sei größer geworden und die Baustellen auch. „Wir sind ein zusammengeschweißtes Team und jeder kennt den anderen. Gerade wenn man tagelang auf Montage ist und sich auch noch ein Zimmer teilt, ist es wichtig, dass man einen guten Draht zueinander hat.“ Täglich gibt es neue Herausforderungen zu bewältigen, um den Arbeitsfluss auf der Baustelle zu gewährleisten. Gerade diese abwechslungsreichen Aufgaben machen seinen Job spannend. Besonders in Erinnerung geblieben ist ihm das Errichten des Intersport-Eybl-Gebäudes in Wien-Vösendorf. Das Gebäude wurde als „Vogelnest“ aus Stahl und Aluminium errichtet. Als Vorlage diente das Olympiastadion von Peking. Mit Radfahren und Laufen, im Fitnessstudio sowie beim Spazieren und Wandern mit dem Hund hält sich Ortner fit für die täglichen Herausforderungen auf der Baustelle.

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Erich Miesenberger (32), Montageleiter

Der Montageleiter Erich Miesenberger ist gerade an einem ungewöhnlichen Ort im Einsatz. Das uralte Kloster der Franziskaner mitten in der Salzburger Altstadt wird aufwändig saniert. Metallbau Wastler errichtet einen Glasbau mit Glasdach, Rundbogenportale aus Glas und die Glasfassade. Im Glasbau wird ein Seminarraum einziehen. Miesenberger ist gemeinsam mit einem Kollegen vor Ort und koordiniert die Abläufe auf der Baustelle. Der Tagesablauf variiert immer und das Baustellenteam muss flexibel sein. So kann zum Beispiel bei Regen keine Verglasung stattfinden. Die meisten seiner Baustellen befinden sich in Wien und natürlich in Linz. Die Anforderungen der Auftraggeber sind unterschiedlich. Einige verlangen mehr Schriftverkehr wie zum Beispiel die Bautagesberichte und bei manchen Baustellen werden wöchentliche Sicherheitsbegehungen durchgeführt. „Da bei jeder Baustelle neue Herausforderungen auftreten und es selten 08/15-Aufgaben sind, sprechen wir uns beispielsweise bei neuen Fenstersystemen mit den Kollegen, dem Meister und dem Techniker regelmäßig ab.“ Seine Lehre zum Metallbearbeitungstechniker hat Miesenberger 2009 abgeschlossen. In seiner Freizeit ist er leidenschaftlicher Musikant beim Musikverein Pregarten. Sein Instrument ist die Tuba – das größte Instrument. Außerdem ist er auch beim Volkstanz und der Feuerwehr aktiv.